Dienstag, 6. Januar 2009

Sea Shepherd sucht Walfänger

Ein Schiff der Meeresschutz-Organisation Sea Shepherd befindet sich aktuell auf einer ungewöhnlichen Mission südlich von Neuseeland. Dort ist ein Seemann des japanischen Walfangschiffes "Kyoshin Maru No. 2" über Bord gegangen. Nun unterstützt das Sea Shepherd-Schiff "Steve Irwin" die Bergungsaktion.

Nach Angaben von Sea Shepherd sind zwei Bootsmannschafen und der Helicopter der "Steve Irwin" zur Suche nach Hajime Shiraskai abgestellt. Der 30-Jährige Maschinist war Montag über Bord gegangen. Er habe dabei nur einen Arbeits-Overall getragen und sei, bei Wassertemperaturen um die Null Grad, vermutlich Tot.

Die Japanische Walfangflotte hatte sofort Hilfe von der Neuseeländischen Küstenwache angefordert, allerdings befand sich diese zum Zeitpunkt des Notrufes über 1000 km entfernt. Das Sea Shepherd Schiff "Steve Irwin", das die Japaner verflogte um deren Waljagd zu stören und wenn möglich zu verhindern, entschloss sich daraufhin auch nach dem Seemann zu suchen.

Als der Sea Shepherd Vorsitzende Captain Paul Watson der Walfangflotte mitteilte, dass die Sea Shepherd-Flotte alle Feindseligkeiten gegenüber den Japanern unterlassen würde, solange diese ihren Seemann suchten und, dass sie sich sogar der Suche anschließen würden lehnten diese ab. Die "Kyoshin Maru 2" teilte mit sie würden keine Hilfe von "Öko-Terroristen" akzeptieren. Trotzdem leitete Watson eine Suchaktion ein.

Sea Shepherd ist bekannt für seine radikalen Aktionen gegen die Ausbeutung der Meere und insbesondere gegen den Walfang. Dabei schrecken sie auch nicht davor zurück Walfangschiffe zu rammen oder im Hafen zu versenken, sie weisen aber darauf hin immer darauf zu achten, keine Menschen in Gefahr zu bringen.

Quelle: Sea-Shepherd | Foto: Eric Cheng / Sea Shepherd Conservation Society

Donnerstag, 4. Dezember 2008

Die FAZ im Walde - Wie aus Öko-Nomaden Gewalttäter werden

Seit Ende Mai besetzen unabhängige UmweltschützerInnen mit Unterstützung der Umwelt-Organisation Robin Wood den Kelsterbacher Wald bei Frankfurt, der für den Bau einer neuen Landebahn für den Frankfurter Flughafen gerodet werden soll (wir berichteten). Das Medienecho war Anfangs durchgängig positiv. Doch nun ändern die Medien, allen voran die Frankfurter Allgemeine, langsam die Berichterstattung.

Anfänglich schlossen sich fast alle Zeitungen der Sympathie der Bevölkerung mit den BesetzerInnen an und berichteten durchgehend positiv über das Waldcamp. Das Bild von den friedlichen Hippies die dort im Wald ihr Lager aufschlugen fand sich in fast allen Publikationen wieder. (Bild: Bau der "Hütte der Bürgerinitiativen")

In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) wurden die WaldbesetzerInnen , noch im Juli, als "junge Menschen zwischen 20 und 30. Umweltaktivisten, Aussteiger, Rebellen, die auf der Suche nach einer neuen Aufgabe sind" beschrieben. Peter, einer der Aktivisten, wird zitiert: „Wissen sie, wir sind hier alles friedliche Leute. Auf der Suche nach einer alternativen Lebensform.“ Auch die Solidarität der AnwohnerInnen wird hervorgehoben. Von Chaoten und Gewalttätern ist nirgends die Rede. Im Gegenteil: Sogar eine Unterüberschrift ist dem "Plädoyer für Gewaltlosigkeit" der BesetzerInnen gewidmet. Der gesamte Artikel¹ baut ein positives Bild auf, und romantisiert das Leben im Wald wo es nur geht.

Gleiches Blatt, gleiche Autorin, einen Monat später.² Das Bild hat sich gewandelt. Ohne (für die BesetzerInnen) ersichtlichen Grund berichtet Frau Iskandar (die Journalistin) jetzt eher kühl und mit Abstand. Sie scheint den Äußerungen von Volker Bouffier, dem Hessischen Innenminister, mehr glauben zu schenken als ihren eigenen Augen. Bouffier hatte die WaldbesetzerInnen vor einer "Radikalisierung" gewarnt und sich den unbelegten Behauptungen von Kelsterbachs Bürgermeister Ockel angeschlossen, es gäbe militante Bereitschaften die nur auf eine Räumung warten würden um Krawalle zu starten.
Kurz darauf erschien ein Artikel in dem die FAZ, der von "angespitzen Stöcken" und anderen Dingen berichtete, die auf Gewaltbereitschaft im Camp schließen lassen. Niemand hat diese Stöcke davor oder danach finden können, weder JournalistInnen noch BesetzerInnen oder BesucherInnen. Es lässt sich nicht nachvollziehen wie diese Behauptungen zustande kamen. Zwar besteht die Möglichkeit, dass solche Utensilien sofort nach dem Artikel vernichtet wurden, doch dafür gibt es keine Indizien. Katharina Iskandar wurde danach auf der Frankfurter "Nachttanzdemo", am 2. Oktober, von mehreren in schwarz gekleideten WaldbesetzerInnen, erregt auf die Artikel und ihre Meinungsänderung zum Waldcamp angesprochen und schloss daraus auf eine Verbindung von gewaltbereiten Autonomen und WaldbesetzerInnen. (Bild: Baumhäuser auf der Waldbesetzung)

So schnell können aus friedlichen UmweltaktivistInnen potentielle GewalttäterInnen werden. Hinzu kommt, dass viele andere Medien sich auf die Berichterstattung der FAZ verlassen und deren Informationen und Standpunkte nicht hinterfragen.

Am letzten Wochenende fand im Wald, zum Anlass einer Angekündigten Räumung, das "Unräumbar-Festival" mit 200-300 BesucherInnen statt. auch eine FAZ-Fotografin war anwesend und wollte Bilder vom Festival machen. Die WaldbewohnerInnen, verständlicherweise wütend über die (für sie negativen) Artikel, verwehrten ihr aber mit Transparenten die Foto-Möglichkeiten und den Zutritt zum Camp. Polizei-Einsatzleiter P. Seiler wurde hinzugerufen, diskutierte mit den BesetzerInnen und nach einer Weile zog die Reporterin unverrichteter Dinge wieder ab.

Und nun kommt es Knüppelhart für die BesetzerInnen³: In einem neuen FAZ-Artikel wird erklärt, dass die Gruppe der BesetzerInnen "zwar nicht größer, dafür aber um einiges aggressiver geworden" sei. Das erste Indiz, seien die neu hinzugekommenen Hütten auf dem Boden und in den Bäumen. Daraus allerdings eine Radikalisierung abzuleiten ist bestenfalls ein Missverständnis. Die Hütten, an denen schon seit dem Sommer beharrlich gearbeitet wird, dienen laut den BewohnerInnen dem Schutz vor Kälte und Sturm, wovon es in letzter Zeit reichlich gibt. (Bild: Ökologisches Bauen oder aggressives Verhalten? Eine Hütte im Camp)

Danach geht die Zeitung auf den Zwischenfall mit der Fotografin ein: Die Zeitung schreibt, dass Reporter die, "aus Sicht der Besetzer nicht wohlwollend über die Gruppe berichten", unter "Drohgebärden" aus dem Wald getrieben werden und, wenn sie nicht gehen wollten, Gewalt angedroht werde. Natürlich wird nicht darauf eingegangen, dass es eine FAZ-Reporterin war. Ein anwesender Fotograf berichtete, dass von "Drohgebärden" oder Gewaltandrohungen keine Rede sein kann. Die WaldbesetzerInnen hätten der Reporterin nur klargemacht, dass sie nicht erwünscht sei und versucht das Camp und die Anwesenden vor Fotos abzuschirmen. Zudem sei schon nach kurzer Zeit der Polizei-Einsatzleiter Seiler erschienen und hätte versucht die Situation zu klären. Er wäre vermutlich eingeschritten, wenn es zu Drohungen gekommen wäre. (Bild: Die BesetzerInnen schirmen sich und das Camp ab|foto: P.E.)

Helmut Schwan setzt in seinem Kommentar4 noch einen drauf und meint es habe "den Anschein, als bereite man eine gewaltsame Auseinandersetzung vor." Anscheinend können die WaldbesetzerInnen* noch so oft beteuern, dass sie keine Gewalt wollen und auch im Falle einer Räumung keine anwenden werden, ohne dass dies eine Wirkung auf die Reporter der FAZ hat. Dort will man einfach nicht verstehen, dass das Camp für die AktivistInnen auch eine Art Zuhause darstellt und sie einfach keinen anderen Ausweg wissen, als JournalistInnen die eine derartig undifferenzierte Berichterstattung gegen sie betreiben, des Camps zu verweisen. (Bild: Wehrsportübung? Eine Feuershow der Theatergruppe "Antagon" beim Festival im Wald.|Foto: P.E.)

Vielen im Camp kommt es so vor, als wolle die FAZ der näherrückenden polizeilichen Räumung den Weg bereiten und die Solidarität der Bevölkerung möglichst klein halten.


¹ Artikel der FAZ vom
10. Juli 2008, geschrieben von Katharina Iskandar
² Artikel der FAZ vom 28.August 2008, geschrieben von R. Euler und K. Iskandar
³ Artikel der FAZ vom 3.Dezember 2008
, geschrieben von Helmut Schwan und K. Iskandar. Titelseite der Rhein-Main-Zeitung.
4 Kommentar in der FAZ vom 3.Dezember 2008 "Naturschutz mit Gewalt" von Helmut Schwan
* Viele AktivistInnen leben seit Beginn der Besetzung immer mal wieder dort, das heißt die BewohnerInnen haben sich seit Juli größtenteils nicht verändert, weshalb es unglaubwürdig ist, dass plötzlig gewallttätige AktivistInnen vor Ort auftauchen.
- Bilder: 1-3 Antagonist (Lizenz s.u.)| 4 & 5 © P.E. - Public Enemy (bei Interesse bitte an Antagonist wenden)

Donnerstag, 6. November 2008

Castor: Erste Blockaden im Wendland - Polizei nimmt Aktivistin fest

Im Rahmen des Castor-Transportes, der am Wochenende mit hochradioaktivem Atommüll von der Wiederaufbereitungsanlage La Hague ins Zwischenlager nach Gorleben rollen soll, kam es gestern zu ersten Blockaden. Debei wurde eine Anti-Atom-Aktivistin in Lüneburg "zur Gefahrenabwehr" festgenommen.

AktivistInnen der Umweltorganisation Robin Wood hatten am Donnerstag Morgen drei Brücken auf der Transportstrecke zwischen Lüneburg und Wendisch Evern besetzt und angekündigt, dort zu bleiben bis der Transport einträfe oder sie von der Polizei geräumt würden. Sie entrollten dreieckige Transparente mit dem Atom-Gefahrensymbol und den Aufschriften "Menschen vergessen Konsequenzen" und "Dicht machen - Nicht schlapp machen vor der Atom-Lobby". (Bild: Blockade in Wendisch Evern/Quelle: Robin Wood)

Gegen 16:30 räumte die Polizei mit Hilfe von Höhenrettungs-Teams die Blockaden. Dabei wurde eine Aktivistin, Cecile L., im Bezug auf die Gefahrenabwehr, festgenommen. Die Polizei ließ verlauten, dass davon auszugehen sei, dass die Aktivistin, die als "das Eichhörnchen" bekannt ist, weitere Aktionen gegen den Castor-Transport machen würde, da sie dies auch in der Vergangenheit getan hätte. Laut anderen UmweltschützerInnen ist Sie der Polizei schon lange ein Dorn im Auge. Im Jahr zuvor hatten mehrere Sondereinheiten die französische Aktivistin, schon Wochen vor dem Castor-Transport, auf Schritt und Tritt überwacht, da sie immer wieder mit spektakulären Kletter-Aktionen auffällt. Gestern Abend demonstrierten ca. 30 Personen vor der lüneburger Polizeidirektion gegen die Festnahme.

News zum Castor:

UPDATE (09.11.08): Cecile L. wurde heute um 18.35 Uhr unter lautem Beifall aus dem Polizeigewahrsam entlassen. Zuvor hatte es zahlreiche Solidaritätsaktionen, wie z.B. eine Dauer-Mahnwache vor dem Polizeirevier gegeben. Der Castor ist aktuell (23.27Uhr) am Bahnhof in Göhrde. Der Transport hat, dank vieler erfolgreicher Blockadeaktionen, eine Verspätung von mindestens 12 Stunden zum ursprünglichen Zeitplan.
UPDATE (10.11.08): Die Castoren stehen aktuell (19:51Uhr) immernoch beim Verladekran in Dannenberg, wo sie von der Schiene auf die LKW verladen werden. Die Polizei versucht aktuell, laut den Castor-GegnerInnen sehr brutal, die Straßenstrecken frei zu räumen wo immer noch viele Sitzblockaden gehalten werden. Es steht auch noch eine Blockade mit Festgeketteten in Grippel und einige Traktoren auf der Strecke in Quickborn. Aktuell wurde vermeldet, dass der Castor-Transport soeben zum längsten in der deutschen Geschichte geworden ist, er liegt mittlerweile weit über 15 Stunden hinter dem Ursprünglichen Zeitplan. ||| 22:31Uhr: Castor steht immernoch - mittlerweile ca. 18 Stunden entfernt vom Zeitplan. Ein Traktor von der Trecker-Blockade in Quickborn, dem ein Rad fehlt, bereitet der Polizei Probleme bei der Räumung. || Der Castor hat sich gegen 23.15 in Bewegung gesetzt, Woraufhin plötzlich und unerwartet Menschen in Bäumen an der Strecke auftauchten. Ob richtige, gesichterte und blockierbereite KlettererInnen oder nicht ist bisher nicht bekannt. Hunderte Menschen säumen die abgesperrte Südstrecke auf der der Castor jetzt anrollt.
UPDATE (11.11.08): Der Castor 2008 ist vorbei. Um 00:25 Uhr erreichte der Erste Castor-Behälter das Zwischenlager in Gorleben. Es war in der Tat der am längsten aufgehaltene Atommüll-Transport in der deutschen Geschichte - Mindestens 18 Stunden Verspätung zum veranschlagten Zeitplan. Der Castor-Widerstand feiert sich,
seine Renissance und die beträchtliche Verspätung: Im Camp Hitzacker gibt es Champagner.

FAZIT:
Der Castor-Transport 2008 war ein voller Erfolg für die Atom-GegnerInnen. Mit mindestens 18 Stunden Verspätung (manche sprechen gar von 20 Std.) war dies der am längsten aufgehaltene Castor-Transport den es je gab. Zudem haben die Transportkosten, laut dem Niedersächsischen Innenminister Schünemann, die veranschlagten 20 Millionen Euro weit übersteigen. Auch die Anzahl der CastorgegnerInnen vor Ort, war seit Jahren nicht mehr so hoch. Mindestens 15.000 nahmen an der Großdemonstration am Samstag (8.Nov.) in Gorleben teil. Viele sehen den Grund dafür unter anderem in den Versuchen der Atom-Lobby und verschiedener PolitikerInnen die Abschaltung der Atomkraftwerke auszusetzen oder gar ganz aus dem Atom-Ausstieg auszusteigen. Zudem sind einige Medien (z.B. die taz) der Ansicht, dass sich seit dem G8-Gipfel im letzten Jahr eine starke neue Protestfront formiert, die viele Themenfelder (Globalisierungskritik, Umweltschutz, Menschenrechte...) abdeckt.

Montag, 3. November 2008

Italien im Ausnahmezustand

In ganz Italien kommt es zu riesigen Demonstrationen, Blockaden und Besetzungen von Schulen und Universitäten. StudentInnen, SchülerInnen und PädagogInnen laufen Sturm gegen die Bildungs-Reform der Regierung Berlusconi.

Laut Informationen der Gewerkschaften waren bei einer Demonstration vergangene Woche, allein in Rom, beinahe 1 Millionen Menschen auf der Straße um gegen die Kürzungen im Bildungssystem zu demonstrieren. Neun von zehn Schulen blieben an diesem Tag geschlossen. Die Proteste weiteten sich schnell auf ganz Italien aus: In Mailand legten tausende Schüler den gesamten Verkehr lahm, in Venedig blockierten Demonstranten die Verbindung der Lagunenstadt mit dem Festland. Auch in Turin, Brescia, Bozen, Cagliari und Neapel fanden große Demonstrationen statt. Auch die Gewerkschaften schließen sich schnell der Protestwelle an. Es wird sogar mit Generalstreiks gedroht. (Bild: Indimedia)

Es ist eine große, bunte und fröhliche Revolte, bisher ohne große Ausschreitungen, die da durch Italien rollt. Einige sehen ein zweites '68 voraus. Berlusconi beschränkt sich derweil darauf, die DemonstrantInnen als "Verbrecher" zu denunzieren und über eine Polizei-Strategie zu beraten. Währenddessen wird der Gegenwind für Berlusconi stärker. Viele kritisieren seinen immer autoritäreren Regierungsstil, einige bezeichnen ihn unververblümt als "Diktator".

Die Regierung hatte vergangenen Mittwoch einen Gesetzentwurf beschlossen laut dem rund 87.000 Lehrerstellen in Grund- und Mittelschulen sowie 44.000 Schulverwaltungs-Stellen wegfallen sollen. Künftig soll jede Klasse nur noch von einem Lehrer unterrichtet werden, außerdem 4.200 Schulen geschlossen werden. Die Italienische Rassisten-Partei Lega Nord brachte außerdem die Forderung nach getrennten Schulklassen für Ausländerkinder, die nicht ausreichend Italienisch können, ein.

UPDATE:(indy) Am 29.10 kam es zu den ersten schwereren Ausschreitungen als eine Gruppe italienischer FaschistInnen versuchte eine Demonstration anzugreifen. Mitglieder des faschistischen "Blocco Studentesco" begannen auf dem römischen Piazza Navona mit Schlagstöcken auf DemonstrationsteilnehmerInnen einzuschlagen. Diese, zuerst unbewaffneten, begannen sich mit dem was zu finden war zu verteidigen. Sie schmissen mit Stühlen und Steinen nach den Faschisten, die weiter willkürlich auf die DemonstrantInnen einprügelten. Die Polizei schritt erst nach langer Zeit ein, obwohl, laut AugenzeugInnen Polizeieinheiten vor Ort waren. Laut Augenzeugen, und einem Video, soll es einen Vermittler zwischen den Schlägern vom "Blocco Studentesco" und der Polizei anwesend gewesen sein. Welche Rolle er spielte, ob als Provocateur, oder Zivilpolizist ist noch nicht geklärt.

Montag, 27. Oktober 2008

Castor-Transport: "Grundrechte vorübergehend außer Betrieb"

Die Polizeibehörden im Wendland bereiten sich, mit schweren Eingriffen in die Grundrechte, auf den kommeneden Castor-Transport vor. Dieser soll in zwei Wochen durch das Wendland rollen. Mit Demonstrationsverboten und Eingriffen in das Presserecht will die Polizei die Situation unter Kontrolle halten.

Alle Jahre wieder, rollt ein Castor-Transport mit hochradioaktivem Atommüll von der Aufbereitungsanlage im französischen La Hague in das geplante Endlager in Gorleben. Dieses Jahr kommt der Castor am Wochenende des 8. November. Und wie jedes Jahr, regt sich Protest im Wendland und in der gesamten Republik. Um die DemonstrantInnen aus dem gesamten Bundesgebiet unter Kontrolle zu halten, und um zu verhindern, dass der Castor mal wieder stundenlang, durch Blockaden, gestoppt wird, geht die Polizei jetzt in die Offensive.
(Bild: Solche Szenen will sich die Polizei dieses Jahr ersparen - Castor-GegnerInnen auf der Strecke| Quelle: Umbruch-Bildarchiv)

In einer 100-Meter-Zone um die Transportstrecke verbot die Polizei nun alle Demonstrationen am Tag des Transportes. "Wenn der nächste Transport mit hochradioaktivem Atommüll am 8. November nach Gorleben rollt, wird das Grundrecht auf Demonstrationsfreiheit vorübergehend außer Betrieb genommen." schreibt die Umweltorganisation Robin Wood zu den Demonstrationsverboten. „Weltweit ist die Entsorgung des hochradioaktiven Atommülls nicht gelöst und Tag für Tag produzieren gefährliche Atomkraftwerke zusätzliche Gefahren, die noch in einer Million Jahre tödliche Konsequenzen haben können. Gegen diesen Wahnsinn zu demonstrieren und sich den atomaren Gefahren in den Weg zu stellen ist nicht nur nicht nur legitim und notwendig, sondern geradezu demokratische Bürgerpflicht“, so Dirk Seifert, Energie-Referent von Robin Wood.

Desweiteren sollen sich JournalistInnen, die vom Castor berichten wollen, bei der Polizei-Direktion Lüneburg anmelden um ungestört ihrer Arbeit nachgehen zu können. Sowohl der Deutsche Journalistenverband (DJV) als auch die Landes-Grünen sehen darin einen Angriff auf die Pressefreiheit.
Die grüne Landtagsabgeordnete Miriam Staudte (Scharnebeck) spricht sogar von Polizei-Zensur und forderte Niedersachsens Innenminister Schünemann auf, sich von dem Verfahren zu distanzieren.

Sonntag, 19. Oktober 2008

Russische Neo-Nazis ermorden 16-Jährige

Laut neuen Informationen des russischen "Indypendent Media Center" wurde in der sibirischen Stadt Irkutsk am 8.10.08 ein 16-Jähriges Mädchen von Neo-Nazis totgeschlagen.

Gegen 22 Uhr sprachen zwei, der Neo-Nazi-Szene zugehörige, Personen die 16-Jährige Olga Rukosyla auf der Straße an. Sie stellten Fragen woraufhin das Mädchen eine heftige Antwort gab. Die Nazis warfen das Mädchen zu Boden und traten mehrere Minuten lang auf sie ein. PassantInnen alamierten einen Rettungswagen, doch Olga R. verstarb noch in derselben Nacht. (Bild: Olga Rukosyla|Quelle:Indymedia Russia)

Olga R. ordnete sich keiner speziellen politischen Gruppierung zu, trug aber Springerstiefel mit roten Schnürsenkeln. Dieser Farbcode wurde von den Nazis wohl als Zeichen für eine Zugehörigkeit zur Antifa-Subkultur aufgefasst.

Die zwei Hauptverdächtigen sind bereits Angeklagt, an einem Überfall auf ein Anti-Atom-Camp in Angarsk, im Juli 2007, beteiligt gewesen zu sein. Bei diesem Überfall militanter Neo-Nazis, wurde ein Umweltschützer brutal erschlagen und acht weitere teils schwer verletzt.

Die Nazi-Szene in Russland geht in letzter Zeit immer brutaler gegen politische GegnerInnen vor. Am 10.Oktober fiel ein weiterer Antifaschist diesen Mathoden zum Opfer. Der 27-Jährige Fedjai Filatow wurde vor seiner Haustür von mehreren Nazis abgefangen und erstochen.

Donnerstag, 2. Oktober 2008

Eine Bio-Firma geht in die Offensive

"Ohne Gentechnik" stand bisher auf allen Produkten der Bio-Lebensmittel Marke "Taifun". Jetzt hat die Firma erkannt, dass diese Gewährleistung, trotz massiven Kontrollen und immensem Aufwand, nicht mehr haltbar ist. Die Firma entfernte das Sigel und geht nun in die Offensive.

Nachdem, vor einem halben Jahr, ein schweizer Fernseh-Magazin einen Beitrag veröffentlichte indem das Tofu des Bio-Produzenten als "gentechnisch belastet" dargestellt wurde, entschloss sich "Taifun" nun, eine Kampagne gegen Gentechnik zu starten. Ihr Soja werde in jeder Produktionsphase streng und unabhängig überwacht und die Bohnen sogar extra gewaschen um Gentechnisch verunreinigte Stäube zu entfernen, schreibt die Firma auf ihrer Kampagnenseite. Doch es stimme, dass es selbst durch noch so strenge Kontrollen möglich sei, dass minimale Spuren gentechnisch veränderter Organismen in den Taifun-Tofu kämen. Um das Vertrauen der Kunden nicht zu verlieren entfernte Taifun nun den Schriftzug "Ohne Gentechnik" von ihren Produkten und ersetzte ihn durch die Aussage "Gegen Gentechnik!" und ein Info-Etikett auf der Rückseite. "Wir können 99,9% garantieren, der Rest liegt nicht in unserer Hand" steht da geschrieben.

"Wir wissen heute aus eigener Erfahrung, dass sich die Gentechnik nicht kontrollieren lässt!" so Wolfgang Heck, Geschäftsführer der Life Food GmbH, zu der die Marke "Taifun" gehört. Mit der Kampagne "Taifun gegen Gentechnik" will der Lebensmittelproduzent nun auf die Problematik aufmerksam machen. Denn die Produzenten biologischer Lebensmittel trifft die Verbreitung gentechnisch veränderter Organismen hart. Felder und Saatgut lassen sich nicht vor den Pollen genmanipulierter Pflanzen schützen, und auch die geernteten Feldfrüchte können noch durch genmanipulierte Stäube verunreinigt werden.